WARUM HASSEN DIE BUCHDRUCKER CASANOVA

WARUM HASSEN DIE BUCHDRUCKER CASANOVA

Die Frauen haben ihn vielleicht angehimmelt, aber nicht die Fachleute, die das große literarische Werk von Casanova drucken sollten.

Giacomo Casanova (1725-1798) hat in seinem Leben insgesamt 42 Bücher geschrieben, darunter Geschichte von Polen, sowie die Übersetzung von Homers Iliade, verwandelt in fünf Bänden wissenschafts-phantastischer Novelle, die das Erscheinen der Kraftfahrzeuge, des Flugzeuges und das Fernsehen vorausgesagt hat.

Ja, sogar der mit angenehmeren Sachen beschäftigte Casanova hat Zeit zum Schreiben gefunden. So entsteht das längste Memoire – das 12-Band-Werk Geschichte meines Lebens. Das Buch hat 3.600 Seiten und ist in französischer Sprache geschrieben, denn Casanova war der Meinung, dass diese Sprache viel feiner ist, als seine italienische Muttersprache. Bis zum Jahr 1960 war sein Werk nicht vollständig ausgegeben. Es stellt jeden Moment aus dem
Leben des italienischen Verführers bis zum Sommer des Jahres 1774 (als Casanova 49 Jahre alt war). Zu dieser Zeit endet die Erzählung im wahren Sinne des Wortes mitten im Satz.

Das Memoire wurde geschrieben, als Casanova 60 Jahre alt war – als Bibliothekar pleite gegangen, impotent, krank an Syphilis. Dann, zu Tode gelangweilt, beginnt er zu schreiben, indem er darin das „einzige Heilmittel für Wahnsinn oder Sterben an Trauer“ findet.

Wenn es um das beeindruckende Buch aus 3.600 Seiten geht, gehören wir zu den wenigen, die es drucken können und gleichzeitig damit ihre Liebe zu der reichlichen Kreativität der Kunden behalten.

Warum hassen die Buchdrucker Casanova